Die Académie
des sciences, die heute auch häufig als Pariser Akademie der Wissenschaften bezeichnet
wird, besteht aus französischen Mitgliedern, assoziierten Mitgliedern aus dem
Ausland und korrespondierenden Mitgliedern. Sie teilt sich in zwei Divisionen
auf: Zum einen Mathematik, Physik und ihre Anwendungen, zum anderen Chemie,
Biologie, Medizin und ihre Anwendungen. Es werden nur prominente
Wissenschafterinnen und Wissenschaftler ausgewählt, die „mit erfinderischem
Geist und vielseitigen Interessen forschen und damit einhergehend
gesellschaftliche Veränderungen auslösen.“ Viele der Gewählten sind nicht nur
in der Forschung tätig, sondern auch in der Lehre und/oder sind ausgezeichnete
populärwissenschaftliche Autorinnen und Autoren. Anton Zeilinger erhält die für
Österreich sehr seltene Ehrung gemeinsam mit dem amerikanischen Physiker Curtis
G. Callan von der Princeton University. Die feierliche Überreichung findet im
Juni 2010 in Paris statt.
Die Académie
des sciences begründete ihre Wahl damit, dass Zeilinger bedeutende Experimente
im Bereich konzeptioneller Grundlagen der Quantenphysik erfolgreich durchgeführt
und entscheidend zur Entwicklung der Quanteninformation und der Atomoptik
beigetragen hat. Anton Zeilinger wurde 1945 in Ried im Innkreis (OÖ) geboren,
studierte in Wien Physik. Er hatte Professuren am Massachusetts Institute of
Technology (MIT), an der Universität München, der Technischen Universität Wien,
der Universität Innsbruck, der Universität Melbourne und am College de France
inne und führte Forschungsarbeiten im Los Alamos National Laboratory und am
Merton College der Oxford University durch. Seit 1999 ist er Professor für
Experimentalphysik der Universität Wien und seit 2004 Wissenschaftlicher Direktor
am Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW.
