Johann
Danzl beschäftigt sich mit ultrakalten Molekülen. Im Labor lassen sich damit
grundlegende Fragestellungen der Physik und der Chemie modellhaft untersuchen.
In der nun mit dem Liechtenstein-Preis ausgezeichneten Forschungsarbeit gelang
es Danzl gemeinsam mit einem Team um Prof. Hanns-Christoph Nägerl eine beinahe
auf den absoluten Nullpunkt abgekühlte Molekülwolke in den energetisch tiefsten
Grundzustand zu bringen. Dabei haben die Physiker alle Freiheitsgrade eines
Moleküls auf quantenmechanischer Ebene vollständig unter Kontrolle: die äußere
Bewegung, den elektronischen Zustand, die innere Schwingung und Rotation des
Moleküls sowie die so genannte Hyperfeinstruktur. Die perfekte Kontrolle über
die äußeren Freiheitsgrade der Grundzustandsmoleküle wird mit Hilfe eines
optischen Gitters erreicht, in dem jedes Molekül an einem eigenen Gitterplatz
gefangen wird. Bisherige Experimente konnten solche ultrakalten Molekülwolken nur
in einer Mischung verschiedener Quantenzustände oder in sehr schwach gebundenen
inneren Schwingungszuständen präparieren. Die Arbeit wurde in der renommierten
Fachzeitschrift Science veröffentlicht und findet in der Fachwelt breite
Beachtung.
Dr. Johann
Georg Danzl, geboren 1978 in Kitzbühel, studierte in Innsbruck Medizin und
Physik. 2005 schloss er das Medizinstudium mit Auszeichnung ab, das
Physikstudium folgte 2007 ebenfalls mit Auszeichnung. Seither arbeitet Danzl
als Doktorant in der Arbeitsgruppe um Wittgenstein-Preisträger Prof. Rudolf
Grimm und Start-Preisträger Prof. Hanns-Christoph Nägerl am Institut für
Experimentalphysik und erforscht die Bose-Einstein-Kondensation von
Grundzustandsmolekülen.
Der Preis
des Fürstentums Liechtenstein zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für
wissenschaftliche Forschung an den Innsbrucker Universitäten und wird seit 1983
vergeben. Seine jährliche Verleihung sei ein freundschaftliches Zeichen der
hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den Innsbrucker Universitäten und dem
Fürstentum Liechtenstein, erklärte der Bildungsminister des Fürstentums, Hugo
Quaderer, der die Auszeichnungen überreichte und die Gratulationen der
liechtensteinischen Regierung überbrachte. „Innsbruck ist die erste Wahl, wenn
Liechtensteiner Studierende sich entscheiden in Österreich zu studieren. Mehr
als die Hälfte dieser Gruppe studiert an einer der beiden Innsbrucker
Universitäten. Daher wollen wir auch die hervorragenden wissenschaftlichen
Leistungen, die dort erbracht werden, entsprechend würdigen“, betonte Quaderer.
Sowohl der Rektor der Universität Innsbruck, Karlheinz Töchterle, als auch der
Vizerektor für Forschung der Medizinischen Universität, Prof. Günther Sperk,
nahmen die Feierstunde in Vaduz zum Anlass, um die Bedeutung der Zusammenarbeit
der beiden Innsbrucker Universitäten herauszustreichen. „Wir können stolz sein
auf die Leistung unserer Häuser“, freute sich Töchterle, der in seinen
Grußworten einmal mehr betonte, dass die Stärke und Exzellenz des Universitäts-
und Forschungsstandorts Innsbruck in der Vielfalt der hier vertretenen
Disziplinen bestehe.
