Seltsame Signale standen am Anfang der Entdeckung. Die Experimentalphysiker holten sich Rat bei den Kollegen von der Theorie. Hier kannte man die repulsiv gebundenen Paare bereits aus Modellrechnungen. Freilich, experimentell nachgewiesen hatte sie bis anhin noch niemand. Durch ihren wissenschaftlichen und technologischen Vorsprung gelang den Innsbrucker Physikern um ao.Univ.-Prof. Dr. Johannes Hecker Denschlag nun erstmals ein Experiment, in dem sie die widerspenstigen Atompaare beobachten konnten. Sie benutzen dazu ein Bose-Einstein-Kondensat aus Rubidium-Atomen, um das sie langsam ein dreidimensionales, optisches Gitter aus Laserstrahlen legen. Überall dort, wo zwei Atome an einem Gitterplatz zu liegen kommen, bildet sich ein repulsiv gebundenes Paar. Obwohl sich die Atome abstoßen, können sie den Gitterplatz nicht verlassen, weil sie sich gegenseitig dabei behindern. "So bildet sich ein stark korreliertes System, das sehr einem Molekül gleicht", erklärt Hecker Denschlag, "nur die Bindungsenergie hat das 'falsche' Vorzeichen." Selbst wenn die Paare mit anderen Atomen kollidieren, lösen sie ihre unheimliche Verbindung nicht auf.
