[2010-11-02] Am 28. und 29. Oktober war der Physik-Nobelpreisträger von 2001, Wolfgang Ketterle, für drei Tage zu Gast in Tirol. In einem öffentlichen Vortrag an der Universität Innsbruck berichtete er über neue Formen von ultrakalter Materie. Im Rahmen des Jungen Industrieforums diskutierte er am Freitag mit Schülerinnen und Schülern über die Faszination der Forschung.

Warum kühlen Physiker Materie zu extrem niedrigen Temperaturen? Warum ist es wichtig, Temperaturen zu erreichen, die kälter sind als der interstellare Raum? Nobelpreisträger Wolfgang Ketterle sprach darüber am Donnerstag in der vollbesetzten Aula der Universität. „Tiefe Temperaturen öffnen ein Fenster in die Quantenwelt, in der Teilchen sich wie Wellen verhalten und ‚im Gleichschritt marschieren’ können“, sagte der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) tätige Physiker. Im Jahr 1925 sagte Albert Einstein eine solche neue Form der Materie voraus. Ketterle gehörte 1995 zu den Ersten, denen die Erzeugung eines Bose-Einstein-Kondensats gelang. Gemeinsam mit Eric Cornell und Carl Wieman wurde er für diese Leistung 2001 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Das Team um Wolfgang Ketterle hat auch superfluide Atompaare untersucht, die sich ähnlich wie Elektronen in supraleitenden Metallen verhalten und Wege zu möglichen neuen Supraleitern aufzeigen können.

Junge Menschen für Naturwissenschaften begeistern

Neben seinem Vortrag an der Universität unterhielt sich der Nobelpreisträger am Freitag in Hall im Rahmen des 2. Jungen Industrieforums auch mit über 500 Tiroler Schülerinnen und Schülern und versuchte, sie für die Technik und Naturwissenschaften zu begeistern. „Die Innovation in der Forschung kommt von den jungen Menschen“, sagt Prof. Rainer Blatt. „Wir wollen mit dieser Initiative Jugendlichen zeigen, welche Faszination in der Forschung steckt und wie lebendig und lebensnah Physik und Naturwissenschaften sein können.“ Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) hatte gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Tirol den Nobelpreisträger nach Innsbruck eingeladen. „Wir wollen der Technik-Skepsis mit exzellenten Fachleuten entgegenwirken, wir wollen Persönlichkeiten vor den Vorhang holen, die nicht nur das eigene Fachgebiet beherrschen, sondern es auch verstehen, komplizierte naturwissenschaftliche Zusammenhänge allgemein verständlich zu präsentieren“, betonte der Tiroler Industriepräsident, Dr. Reinhard Schretter. IV-Geschäftsführer Mag. Josef Lettenbichler ergänzte: „Wir müssen alles tun, junge Menschen davon zu überzeugen, dass ein technischer Bildungsweg von der Lehre über die Schule, das Kolleg, die Fachhochschule bis hin zur Universität nicht nur eine gute Voraussetzung für einen Arbeitsplatz ist, sondern auch für Fortschritt, Wachstum und Wohlstand.“

 

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