
Klemens Hammerer hielt am Dienstagabend seine Antrittsvorlesung an der Universität Innsbruck. Der Theoretische Physiker, der seit 2025 eine Forschungsgruppe am IQOQI Innsbruck leitet, stellte dabei sein Forschungsprogramm an der Schnittstelle von Quantenoptik, Quanteninformation und Präzisionsmessung vor.
Klemens Hammerer wurde gemeinsam von der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nach Innsbruck berufen. Als Professor für Theoretische Quantenoptik an der Universität und Leiter einer Forschungsgruppe am ÖAW-Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) verstärkt er den Quanten-Hotspot Innsbruck in einem Bereich, der für die Zukunft der Quantentechnologie von zentraler Bedeutung ist: Quantenmetrologie und Präzisionsmessung.
Quantenkorrelationen als Ressource
In seiner Antrittsvorlesung führte Klemens Hammerer dem Publikum vor Augen, wie Quantenmechanik nicht nur Grenzen der Messgenauigkeit setzt, sondern bei geschickter Nutzung diese Grenzen auch verschieben kann. Ob Gravitationswellendetektion, Atomuhren oder Atominterferometer: Die präzisesten Messapparate der Welt stoßen allesamt an fundamentale, durch die Quantenmechanik gesetzte Grenzen. Hammerers Forschungsprogramm zielt darauf ab, diese Grenzen durch das gezielte Erzeugen von Quantenkorrelationen, den Einsatz von Verschränkung und maßgeschneiderte Messkonfigurationen zu überwinden und so klassische Messgrenzen zu unterschreiten.
Zur Person
Klemens Hammerer studierte Physik an der Universität Innsbruck. Von 2002 bis 2006 war er Doktorand in der Gruppe von Ignacio Cirac am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching und promovierte 2006 mit Auszeichnung an der Technischen Universität München. Nach einer Tätigkeit als Universitätsassistent in der Gruppe von Peter Zoller in Innsbruck wechselte er 2010 als Senior Scientist an das IQOQI Innsbruck, bevor er als Professor für Theoretische Physik an die Leibniz Universität Hannover berufen wurde. Seit 2025 ist Hammerer Professor für Theoretische Quantenoptik an der Universität Innsbruck und leitet eine Forschungsgruppe am IQOQI Innsbruck.
Seine Forschung verbindet Quantenoptik, Quanteninformation und Präzisionsmessung. Er untersucht, wie Quantenressourcen in praktisch realisierbaren, offenen Systemen genutzt werden können und entwickelt theoretische Konzepte für Atomuhren und Quantensensoren mit kalten Atomen und Ionen, Methoden zur Erzeugung von Spin-Squeezing und Quantenkorrelationen in atomaren und festkörperartigen Ensembles sowie zur Kopplung von Licht an mechanische Freiheitsgrade in mesoskopischen Systemen. Methodisch verbindet er analytische und numerische Zugänge zur Dynamik offener Quantensysteme, stets in engem Austausch mit experimentellen Partnern.