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Foto: Florian Schrötter

Die Quantenphysikerin Francesca Ferlaino wurde am Montag in Wien für ihren Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern in dem lange Zeit männerdominierten Feld der Quantenphysik und für das von ihr initiierte Projekt „Atom*innen“ mit dem diesjährigen Frauen-Staatspreis ausgezeichnet.

Verliehen wurde der Staatspreis in Höhe von 5.000 Euro vom Bundesministerium für Frauen, Familie, Integration und Medien. Die Experimentalphysikerin Francesca Ferlaino ist eine der erfolgreichsten Wissenschaftler:innen in Österreich. Mit ihren Forschungen zu den Eigenschaften von Quantenmaterie sorgt sie regelmäßig international für Aufsehen. In ihrem Fach war sie als Frau eine Pionierin und Vorbild für nachkommende Generationen von Physikerinnen. Mit dem von ihr initiierten Projekt „Atom*innen“ will Francesca Ferlaino einen gemeinsamen Raum für Wissenschaftlerinnen in der Physik schaffen, in dem sich Frauen vernetzen und gegenseitig unterstützen können und der weibliche „Role models“ sichtbarer machen soll. Als erste wissenschaftliche Direktorin im Leitungsteam des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) hat sich Francesca Ferlaino für die Schaffung einer Position für Gleichstellung an dem Akademie-Institut stark gemacht. „Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, denn es ist immer noch mit vielen Herausforderungen verbunden, als Frau in der Wissenschaft Fuß zu fassen. Für meine persönliche Entwicklung waren Role Models wie Deborah Jin oder Rudolf Grimm sehr wichtig“, betont die Preisträgerin.

Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, gratulierte der Preisträgerin: „Ich habe Francesca Ferlaino als exzellente Quantenphysikerin kennengelernt, die jungen, aufstrebenden Wissenschaftlerinnen ein Vorbild ist und stets ein förderndes Umfeld bietet. Außerdem ist es ihr ein Anliegen, als Wissenschaftskommunikatorin aufzutreten. Sie bringt das komplexe Thema Quantenphysik Schülerinnen und Schülern ebenso näher wie den Medien. Der Gewinn des Staatspreises ist hochverdient. Die ÖAW freut sich, eine solch exzellente und engagierte Mitarbeiterin in ihren Reihen zu haben. Ich gratuliere Francesca Ferlaino sehr herzlich zu diesem Erfolg und wünsche ihr für ihre bevorstehenden Aufgaben alles Gute!“

Die Preisträgerin

Francesca Ferlaino (*1977) begann ihr Physikstudium an der Universität Federico II. von Neapel, wo sie 1998 ihren Master abschloss. Im Jahr 2004 promovierte sie an der Universität Florenz und am LENS. Sie kam 2007 als Post-Doc und Lise-Meitner-Stipendiatin nach Innsbruck, um in der Forschungsgruppe von Rudolf Grimm zu arbeiten. 2014 wurde Ferlaino zur Professorin an der Universität Innsbruck und zu einer wissenschaftlichen Direktorin am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften berufen.

Über den Preis

Grete Rehor (1910-1987) war die erste weibliche Ministerin in Österreich. Von 1966 bis 1970 bekleidete sie das Amt der Bundesministerin für soziale Verwaltung. Ihr besonderes Engagement galt der Verbesserung der Situation von berufstätigen Frauen, insbesondere von berufstätigen Müttern. Grete Rehor arbeitete über Parteigrenzen und politische Haltungen hinweg und war eine Pionierin in der österreichischen Politiklandschaft. Für die Entstehungsgeschichte des Frauenministeriums ist sie von besonderer Bedeutung, da zu ihrer Zeit eine Frauen- und Familienabteilung im Sozialministerium eingerichtet wurde.