Florian Meinert (Foto: M. R. Knabl)

Der Experimentalphysiker Florian Meinert aus der Arbeitsgruppe von Hanns-Christoph Nägerl erhält den IQOQI Dissertationspreis 2016. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wird bereits zum vierten Mal verliehen und honoriert wissenschaftlich hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Quantenphysik.

Mit dem Dissertationspreis werden am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) in Innsbruck vielversprechende Nachwuchsphysikerinnen und -physiker für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet. Der IQOQI Dissertationspreis ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verbunden und wird an Absolventinnen und Absolventen des PhD- oder Doktoratsstudiums der Universität Innsbruck verliehen, die wissenschaftlich hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Quantenphysik erbracht haben. Nach den Experimentalphysikern Philipp Schindler und Simon Stellmer 2013, dem Theoretiker Alexander Glätzle 2014 und dem Experimentalphysiker Albert Frisch 2015 erhält in diesem Jahr Florian Meinert aus der Forschungsgruppe um Hanns-Christoph Nägerl am Institut für Experimentalphysik diese Auszeichnung. Er wird am 27. März für seine Arbeiten zur Vielteilchendynamik stark wechselwirkender Bosonen in eindimensionalen Systemen ausgezeichnet.

Effizienter und robuster Zugang

Stark wechselwirkende Quanten-Vielteilchensysteme zeigen auf Grund ihres hohen Grades an Komplexität eine Vielzahl faszinierender Phänomene. In den vergangenen Jahren haben ultrakalte Atome in optischen Gitterpotentialen ganz neue experimentelle Wege eröffnet, die Physik solcher Systeme in besonders flexibler Weise zu untersuchen. Die außergewöhnlich gute Kontrolle über die einzelnen Eigenschaften solcher Systeme erlaubt es, grundlegende Modelle aus der Festkörperphysik zu studieren. Die Arbeitsgruppe um Hanns-Christoph Nägerl realisiert mit einem Cäsium Bose-Einstein-Kondensat in einem optischen Gitter eindimensionale Gittersysteme. „Wir untersuchten kohärente Vielteilchen-Tunneldynamik im Mott-Isolator-Zustand des Systems, nachdem wir diesen plötzlich einer starken externen Kraft aussetzten, und damit das Gitterpotential ‚kippten’", erzählt Florian Meinert von seinen Forschungen im Rahmen seiner Doktorarbeit. „Des Weiteren untersuchten wir langreichweitiges Tunneln durch gleich mehrere Barrieren des Gitterpotentials.“ In der in der Fachzeitschrift Science veröffentlichten Arbeit konnten die Forscher erstmals im Experiment zeigen, wie wechselwirkende Quantenteilchen durch eine ganze Reihe von Barrieren tunneln. Weitere Experimente widmeten sich der Quantendynamik eines 1D Superfluids im gekippten Gitterpotential, die durch sogenannte Bloch-Oszillationen gekennzeichnet ist, und dem eindimensionalen Gas wechselwirkender Bosonen ohne zusätzliches Gitterpotential.

Zur Person

Florian Meinert wurde 1984 in Emmendingen, Deutschland, geboren. Bereits am Gymnasium wurde er mit dem Schülerpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und dem Ferry-Porsche-Preis ausgezeichnet. Nach dem Physikstudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und einem Austauschjahr an der University of Ottawa kam er für das Doktoratsstudium in die Arbeitsgruppe von Hanns-Christoph-Nägerl an die Universität Innsbruck. Florian Meinert promovierte 2016 und forscht seither als Postdoc am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart.

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