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Bild: Rainer Blatt (Foto: J. Godany)

[2008-05-07] Im Rahmen der jährlichen Wahlsitzung hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Prof. Rainer Blatt zum wirklichen Mitglied gewählt. Insgesamt wurden sieben wirkliche Mitglieder, neun korrespondierende Mitglieder im Inland und zwölf korrespondierende Mitglieder im Ausland bestimmt.

Rainer Blatt ist Vorstand des Instituts für Experimentalphysik der Universität Innsbruck und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In den vergangenen Jahren hat er mit zahlreichen Experimenten zur Realisierung eines zukünftigen Quantencomputers auf der Basis gespeicherter Ionen für internationales Aufsehen gesorgt. So ist es seiner Arbeitsgruppe 2004 gelungen, die weltweit erste Teleportation mit Atomen zu demonstrieren. Im Jahr 2006 erzeugten die Forscher um Rainer Blatt zum ersten Mal ein so genanntes „Quantenbyte“. Die Realisierung eines „Quantenbytes“ gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zum Quantencomputer. Auch als Universitätslehrer und Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchses ist Prof. Blatt sehr erfolgreich. Bereits drei START-Preisträger kommen aus seiner Schule und vier seiner Assistenten wurden in den letzten Jahren auf Professuren im Ausland berufen. Im Bemühen um den naturwissenschaftlichen Nachwuchs gibt Rainer Blatt auch immer wieder interessierten Mittelschullehrern und Schülern Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Physik.

Erfolgreicher „Team Player“

Rainer Blatt ist 1952 in Idar-Oberstein (Deutschland) geboren und hat an der Universität Mainz Physik studiert. Nach Forschungsaufenthalten in Boulder (USA), Berlin und Hamburg wurde er 1994 Professor an der Universität Göttingen. Ein Jahr später wurde er an die Universität Innsbruck berufen, wo er seither forscht und lehrt. Die Forschungsschwerpunkte des Experimentalphysikers liegen auf dem Gebiet der experimentellen Atomphysik, der Quantenoptik und der Quanteninformation. Durch die enge Kooperation von Theoretikern und Experimentalphysikern und die hohe Dichte an herausragenden Forschern um die Professoren Rainer Blatt, Hans J. Briegel, Rudolf Grimm und Peter Zoller hat sich in den letzten Jahren in Innsbruck eine Hochburg der Quantenphysik herausgebildet.

„Junge Kurie“ für die Akademie

Erstmals hat die Akademie auch die Mitglieder der neu geschaffenen Jungen Kurie gewählt. Es sind dies 53 Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die bereits durch außerordentliche Leistungen hervorgetreten sind, darunter die bisherigen START-Preisträger. Sie bilden eine eigene Körperschaft innerhalb der Gelehrtengesellschaft. In den nächsten Jahren sollen weitere Mitglieder in die Junge Kurie gewählt werden, bis zur Höchstzahl von 70. Die Dauer der Mitgliedschaft in diesem Gremium beträgt maximal acht Jahre. Sie endet mit Vollendung des 45. Lebensjahres, oder im Fall einer Wahl zu einem korrespondierenden Mitglied der ÖAW auch schon früher.